Next Stop: Deutsche Sporthochschule Köln

3 Wochen sind nun seit meinem letzten Eintrag hier vergangen. Eine lange Zeit, doch nicht ohne Grund! Letzten Mittwoch war mein erster ganz großer Saisonhöhepunkt, wenn auch diesmal ausnahmsweise nicht im Triathlon. Es geht um den Sporteignungstest an der Sporthochschule in Köln! Um mich noch gezielter hierauf vorbereiten zu können, verzichtete ich die letzten Wochen auf weitere Wettkämpfe und legte meinen Fokus ganz auf den Test, auch um Risiken zu vermeiden, denn das Ganze hat eine längere Vorgeschichte…

Ursprünglich hatte ich mich für den Test im Februar angemeldet, der ersten von zwei Möglichkeiten im Jahr, diesen zu bestehen. Und trotz allerlei wilden Geschichte, die sich um diesen Test ranken war ich doch ziemlich zuversichtlich, diesen erfolgreich hinter mich zu bringen. 4 Tage vor dem Test passierte dann allerdings etwas, das nicht so recht eingeplant war. Auf einer harmlosen Fahrt mit dem MTB rutschte ich bei Glätte in einer Kurve weg, stürzte unglücklich und luxierte mir die Schulter. Oder mit anderen Worten: Die Schulter war für einen kurzen Moment ausgekugelt. Sie sprang zwar von alleine wieder ins Gelenk zurück, aber ich merkte, dass etwas nicht ganz stimmte. In der Folge musste ich den Test absagen, weil ich meinen rechten Arm nicht über Schulterhöhe bewegen konnte und Schmerzen in vielen Bewegungsabschnitten hatte. Damit war aber schon das nächste Ziel klar: Der nächste Test-Termin Mitte Juni!

Es folgten einige Arztbesuche und eine Kernspintomographie. Diagnose: Riss im Labrum, eine Knorpelschicht, die das Schultergelenk stabilisiert. Aber erst nachdem ich einem bekannten Chirurgen die Kernspinergebnisse zeigte, kam Bewegung in die Sache. Anfang März wurde ich schließlich operiert, mit 3 Widerhaken wurde das Labrum an der Schulter refixiert. Meine Schulter wurde erst einmal ruhig gestellt und von Seiten der zum Teil selbst im Leistungssport beheimaten Ärzte angezweifelt ob ich in den gut 3 Monaten wieder rechtzeitig fit genug werde.

Seit der Operation hab ich im Durchschnitt mehrere Stunden am Tag, gegen Ende waren es sogar teilweise an die 6 Stunden, daran gearbeitet, dass meine Schulter wieder fit wird. Ein Balanceakt, da die Schulter durch zu große Belastung wieder beschädigt worden wäre, trotzdem sollte es natürlich so schnell wie möglich vorwärts gehen.

Und was soll ich sagen? ICH HABS GESCHAFFT!!!!! Ein riesiger Dank an geht an dieser Stelle 4 Personen, ohne die das nicht möglich gewesen wäre. Zuerst an Matthias Lang, der die Operation in die Wege geleitet hat und mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Weiterhin an Eva-Maria Neumark die auf Sizilien großartige Arbeit geleistet hat und schon viel für meine Schultermobilisation und erste Kräftigung getan hat. Genauso an Martina Klein, die in langer Arbeit meine Schulter auf fast volle Beweglichkeit mobilisiert hat und schließlich noch an Meike Hess die wohl mit Abstand am meisten Zeit mit mir verbracht hat und mich durch eine unendliche Vielzahl an Übungen getrieben und mir zu guter letzt auch das Turnen wieder beigebracht hat!

Nun will ich auch noch ein paar Worte zum eigentlichen Test verlieren, weil ich schon von vielen darauf angesprochen wurde. Die Sportarten wurden in 5 Kategorien aufgeteilt: Rückschlagspiele, Leichtathletik, Turnen, Schwimmen und Mannschaftssportarten, wobei das genau meine Reihenfolge war, in der ich mit meiner Gruppe die Stationen abarbeitete. Mein gewähltes Rückschlagspiel war Badminton, was ich eine zeitlang vereinsmäßig gespielt habe, dementsprechend leicht fiel mir diese Disziplin und ich wurde etwas früher durchgewunken als der Rest der Gruppe. Nach einer Pause gings weiter mit der Leichtathletik, ich startete mit Hochsprung, bei dem ich direkt im ersten Versuch die geforderte Höhe übersprang. Weiter gings mit dem 100m-Sprint, den ich ebenfalls problemlos bewältigte. Das anschließende Kugelstoßen war dann leider erwartet schlecht. Durch meine Verletzung bedingt hatte ich kaum die Möglichkeit meine schwächste Disziplin zu trainieren und nach zwei völlig verkorksten Versuchen reichte der letzte Versuch leider nicht ganz an die geforderte Weite heran. Ärgerlich, jetzt musste alles! klappen.

Das Turnen brachte ich dank meiner hervorragenden Vorbereitung hier ziemlich gut hinter mich, wobei ich Boden, Sprung und Reck jeweils im ersten Versuch bewältigte. Ich nahm zwar ein etwas mulmiges Gefühl meiner Schulter war, aber das kannte ich vom üben, ich hatte es hinter mir! Bei den abschließenden Klimmzügen wurden mir gleich die ersten 2 nicht angerechnet, aber mit der Motivation hätte ich mich noch ein paar mal mehr hoch ziehen können.

Der Gang in Richtung Schwimmhalle bescherte mir trotz meinem Dasein als Triathlet keine komplette Erleichterung und ich sollte mich nicht täuschen. Streckentauchen und Technik (Brust und Kraul) verdienen keiner weiteren Erwähnung, aber der Sprung vom 1m-Brett bereitete mir doch ein klein wenig Sorgen. Hatte man doch nur 2 Versuche, den Eintauchwinkel vorgegeben und musste bei dem sehr weichen Brett auch noch auf die Anzahl der Anlaufschritte achten. Und beim 1. Versuch das Fehler: Ein Schritt Anlauf zu wenig. Jetzt bekam ich doch ein mulmiges Gefühl… eine falsche Bewegung und die ganzen Monate waren umsonst… und das im Schwimmabschnitt! Ich riss mich aber nochmal zusammen, machte sicherheitshalber ein paar Schritte zu viel und mit dem Eintauchen fiel mir wahrlich ein Stein vom Herzen… jetzt konnte es anfangen richtig Spass zu machen!

Es waren nur noch 3 Dinge zu erledigen… 100m Zeitschwimmen, Fussball und der abschließende 3000m-Lauf und ich wusste wenn mich im Fussball niemand mehr Krankenhausreif grätschen würde, war die Sache über die Bühne. Also gab ich nochmal etwas Gas: 1:05 min auf der Langbahn waren für meinen Zustand und dem immernoch etwas fehlendem Schwimmtraining durchaus zufriedenstellend, meine 12 Jahre Vereinsfussball ließen mich entspannt durch die vorletzte Disziplin kommen und so beschloss ich die Abschlussdisziplin im Stadion bei etlichen Zuschauern nochmal als schnelle Trainingseinheit zu nutzen. Zum warmlaufen konnte sich an diesem Tag zwar keiner mehr aufraffen und die ca. 40 Leute die gleichzeitig mit mir starteten (Frauen 200m weiter, da diese 2000m hatten) blockierten doch ziemlich konstant die Innenbahn. Trotz etwas zu schnellem Anfang konnte ich meine erste schnelle Laufeinheit dieses Jahr auf der Bahn in 9:25 min absolvieren. Durchaus zufriedenstellend, wenn ich bedenke, dass das meiste an Tempotraining erst noch kommt! Ein insgesamt doch sehr schöner Tag lag schließlich erfolgreich hinter mir, jetzt kann die Zukunftsplanung richtig los gehen!

Auch hier habe ich direkt noch eine Neuigkeit zu vermelden. Die Tage seit dem Test habe ich schon gut genutzt und zusammen mit meinem neuen Trainer Sebastian Hess die Saison noch komplett durchgeplant, ein Wettkampfkalender folgt die nächsten Tage! Ich freue mich jedenfalls schon sehr über diese neue Zusammenarbeit und bin gespannt zu was ich in dieser Saison trotz langer Verletzung noch alles in der Lage sein werde!

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