Zurück auf den Boden der Tatsachen

Auch diese Woche waren wieder 2 Wettkämpfe auf dem Programm. Mittwochs als Vorbereitung ein 3.000m Bahnlauf und dann am Samstag der Hansgrohe World Supersprint in Offenburg.

In Anbetracht des Wochenendes war die Taktik für den Mittwoch eine etwas andere als in der Vorwoche. Ich wollte mich die ersten 2km im vorderen Feld halten und den letzten Kilometer dann mit steigernder Geschwindigkeit zu Ende laufen. Nachdem unter anderem auch mein Bezwinger vom Freitag zuvor auch am Start war, versprach das ganze eine spannende Sache zu werden. Ich hängte mich also nach dem Start an die 2 Läufer vor mir, die nach einer ziemlich zügigen ersten Runde glücklicherweise recht schnell wieder etwas langsamer wurden. Meine Beine waren zwar ganz frisch, es gelang mir aber trotzdem ganz gut den Anschluss zu halten.

Eine gute Runde vor Schluss der 3.000m

Diese 3er-Konstruktion, die den Rest den Feldes bereits auf dem ersten halben Kilometer abschüttelte, hielt dann tatsächlich bis zur 2km-Marke. Ich arbeitete mich langsam nach vorn und 800 Meter vor dem Ziel übernahm ich schließlich die Führung und begann etwas aufs Tempo zu drücken. Nachdem ich Anfangs noch den Atem meines engsten Konkurrenten hinter mir vernahm, verschwand dieser eine Runde vor Schluss dann und ich konnte mir am Ende mit einer Zeit von 9:22,4 min und einem guten Polster den ersten Platz sichern.

Der wesentlich interessantere Wettkampf sollte dann am Samstag beim Hansgrohe World Super Sprint in Offenburg folgen. Die Starterliste, die ich erst vor Ort komplett in Augenschein nehmen konnte sagte mir schon einen knüppelharten Wettkampf vorraus. Gerade mal 16 Mann waren hier am Start, darunter Javier Gomez, der Weltmeister von 2010 und 2008, sowie Daniel Unger, Weltmeister 2007. Da ich den Großteil der übrigen Starter gut kannte, wusste ich dass ziemlich viele gute Schwimmer dabei waren, bei denen ich schon mit normaler Schwimmform Probleme haben würde im Wasser dran zu bleiben. Die Taktik konnte also nur sein mit erhöhtem Beinschlag versuchen irgendwie am Pack dran zu bleiben. Trotzdem verlor ich leider schon nach gut 200 Metern den Anschluss und merkte schon wenig später, dass der Beinschlag auch ein Tick zu viel war. Aufgrund meiner leider immernoch kaum vorhandenen Schwimmkilometer kam ich dann schlussendlich auf die 750 Meter mit über 2 Minuten auf die Spitze und fast 1:30 min auf den vorletzten aus dem Wasser.

Einsamer Radaufstieg beim World Super Sprint - (Bild von der badischen Zeitung)

Das wusste ich zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber ich sah im Wasser schon, dass ich weit hinten war und als der Sprecher nach meinem Ausstieg verlauten ließ, dass ich es ganz allein auf dem Rad jetzt ziemlich schwer haben würde, wusste ich genau was die Stunde geschlagen hatte. Auch der schnellste Wechsel im Feld half mir dann nicht mehr sonderlich weiter, so dass ich die 20km im Alleingang angehen musste. Leider brannten mir direkt nach dem Aufsteigen die Oberschenkel vom Schwimmen.

Auf dem 4 x 5km Wendepunktkurs, merkte ich schnell, dass sich vorne 3 Mann abgesetzt hatten, während dahinter eine 11-Mann Gruppe befand und noch einer zwischen mir und der Großgruppe. Auf der flachen Strecke hatte ich natürlich gegen größere Gruppen nicht den Hauch einer Chance, so dass mein Rückstand langsam immer größer wurde. Den einzigen anderen Starter hinter der Gruppe konnte ich zwar in der 2. Stunde stellen, allerdings fuhr ich wohl mit zu viel Tempo vorbei, denn noch in der gleichen Runde stieg dieser dann aus. Am Ende hatte ich dann nochmal etwas mehr als 2 weitere Minuten auf die 11er Gruppe vor mir verloren, was allerdings verhältnismäßig ziemlich wenig ist.

In Verfolgung von Daniel Unger Anfang meiner 2. Laufrunde

Als ich auf die Laufschule wechselte hatte ich aber doch nochmal etwas Glück an diesem Tag. Der Spitzenreiter Javier Gomez war gerade in seine 2. von 3 Laufrunden gegangen und Daniel Unger befand sich nur noch ein paar wenige Meter hinter mir, als ich mich auf die Laufrunde begab. Trotz dem Gefühl in beiden Waden ziemlich bald Krämpfe zu bekommen, riskierte ich alles und lief in hohem Tempo los, ich hatte ja nichts mehr zu verlieren. Erfreulicherweise besserte sich der Zustand meiner Waden mit der Zeit und auch mein „Verfolger“ Daniel Unger brauchte ca. 1km um die Lücke zu mir zu schließen. Durch dieses prominente Umfeld motiviert konnte ich noch einen knappen Kilometer sein Tempo halten, bevor ich ihn, der ja schon in seiner letzten Runde war, ziehen lassen musste. Mit einer Zeit von 16:11,5 Minuten auf die 5 Kilometer konnte ich dann am Ende doch einigermaßen zufrieden sein, auch wenn mein Rückstand im Vorfeld schon viel zu groß war um noch etwas an meiner Platzierung ändern zu können. Für mich bleibt als Fazit festzuhalten, dass ich auf dem Rad und beim Laufen weiter langsam richtig Fahrt aufnehme, beim Schwimmen aber noch ziemlich viel Nachholbedarf habe. Da dies allerdings mein letztes Windschattenrennen dieses Jahr war, blicke ich zuversichtlich in Richtung Ladenburg und Wiesbaden. – Immer weiter!

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