Europameister in Wiesbaden!!!

Diesen Sonntag war endlich der große Tag gekommen. Die 70.3-Europameisterschaften in Wiesbaden – der Wettkampf auf den ich nach meiner langen Verletzungspause im Frühjahr mein Hauptaugenmerk gelegt hatte, mit dem ich meine Saison noch etwas „retten“ wollte.

Doch wie die Überschrift bereits verrät, konnte ich mit diesem Wettkampf meine Saison nicht nur „etwas retten“, sondern sie sogar mit dem Gewinn der Europameisterschaft in der Altersklasse M18-24 krönen.

Morgens um 4:30 Uhr klingelte an diesem Sonntag der Wecker, nicht gerade meine Lieblingszeit, aber dank etwas Nervosität und auch freudiger Erwartung fühlte ich mich fit und munter für diesen ziemlich harten Tag.

Schwimmstart zur 70.3 Europameisterschaft in Wiesbaden

Beim Schwimmen schaffte ich es trotz des breiten Strandes und der großen Startgruppe der „Schlägerei“ durch ein zügiges Anschwimmen ziemlich aus dem Weg zu gehen. In der Folge fühlte ich mich leider nicht allzu gut im Wasser und den ständigen Brustbeinschlägen der Altersklassenathleten M50-70 auszuweichen, die vor uns ins Wasser geschickt wurden, machte das Schwimmen auch nicht gerade angenehmer. Nach einer eher mäßigen Schwimmzeit von 26:53 Minuten, verlies ich inmitten eines großen Blocks von Athleten sowohl aus meiner Startgruppe als auch aus vorherigen Startgruppen das Wasser.  Der Weg vom See zu meinem Rad gestaltete sich ebenfalls eher als enger Slalomstangenlauf, denn als einfachen Weg durch die Wechselzone.

Ausgang der Wechselzone zum Rad fahren

Endlich am Rad angekommen konnte die fröhliche Aufholjagd beginnen, rund 2:20 Minuten auf die AK-Spitze wurde mir von meinen Betreuern durchgegeben. Schon auf den ersten kleinen Anstiegen nach wenigen Kilometern konnte ich die ersten Athleten meiner Startgruppe wieder einsammeln und ich machte weiter meinen Weg in Richtung Spitze. Leider setzte bereits auf den ersten 35km etwas Regen ein, so dass ich bei einigen sowieso schon gefährlichen Kurven noch weiter das Tempo drosseln musste. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt mitten im Feld der vor uns gestarteten Altersklassen-Frauen und Männer-AK 50-70 befand, war ich an einigen Stellen zusätzlich gezwungen langsamer zu fahren.

Nach rund 25km holte ich schließlich eine 5-Mann starke „Radgruppe“ ein, bei der ich schon den Verdacht hatte, dass ich hier die ersten Schwimmer meiner Startgruppe eingeholt hatte; ein Verdacht der sich am Fuße des langen Anstiegs von Wiesbaden auf die „Platte“ bestätigte, als mir durchgegeben wurde, dass sich kein Athlet meiner Startgruppe mehr vor mir befand. Nach dem Anstieg auf die Platte begann das Rad fahren dann leider etwas ungemütlich zu werden. Nicht nur, dass ich inzwischen beide Altersklassengruppen vor mir fast vollständig eingeholt hatte und keinen Anhaltspunkt mehr hatte, wie gut ich noch unterwegs war, nein auch mein Tacho nahm den Kilometer 50 als Anlass, mir bis zum Ende der Radstrecke keine Geschwindigkeitsinformationen mehr zuzutragen. Meine Oberschenkel fingen auch langsam an, der etwas ungewohnten Ergometrie des Zeitfahrrads Tribut zu zollen, konnte ich mich vor dem Wettkampf doch nicht einmal 40km an diese Sitzposition gewöhnen. Als dann zusätzlich zum ungemütlichen Wind im Taunus nach ca. 60km auch noch mein Tretlager anfing ziemlichen Lärm zu fabrizieren, begann ich innerlich das Rad fahren zu verfluchen und hoffte, dass ich es überhaupt noch in die zweite Wechselzone schaffte, ohne dass mein Tretlager auseinander fällt.

Kurz vor der Wechselzone 2 - Abstieg vom Rad

Nach quälend langen letzten 30 Kilometern bugsierte ich mein Rad aber doch noch erfolgreich durch Wiesbaden und war ziemlich erleichtert, mein Rad einem Helfer in die Hand drücken zu können. – Am Ende trotz der Probleme mit 2:34:06h die 11. Radzeit aller Athleten! Weniger erfreulich waren die ca. 10 Helfer die direkt bei den in engen Reihen aufgehängten Wechselbeuteln standen, aber keine größeren Anstalten machten, in irgendeiner Weise hilfreich zu sein. Nachdem ich meinen Beutel dann gefunden und unter anderen Beuteln hindurch gefädelt hatte, ging es nach einem schnellen Stopp im Wechselzelt weiter auf die Laufstrecke.

Halbzeit der Laufstrecke nach 10,5 km

Aufgrund der vier zu absolvierenden Laufrunden war hier auch wieder mehr Publikumsverkehr und ich fand mich mitten im Feld der Profis wieder, die aber meist in ihrer zweiten oder dritten Runde waren. Meine Oberschenkel machten sich dann erwartungsgemäß auch beim Laufen ziemlich bemerkbar, ich schaffte es aber zumindest eine ordentliche Schrittlänge aufrecht zu erhalten, ein spritziger Laufschritt hätte aber mit Sicherheit anders ausgesehen. Dank meiner Betreuer, die inzwischen ihren Weg an die Laufstrecke gefunden hatten, war ich darüber informiert, dass ich in meiner Alterklasse schon einen ziemlichen Vorsprung auf den Zweiten hatte, aber das war ja nicht mein einziges Ziel an diesem Tag. Ich wollte

Endlich vier Bändchen - Der Zielkanal

auch richtig in die Riege der Profis „reinbrechen“ und dafür war ich auch auf der Laufstrecke gezwungen am Limit zu laufen. Zwar blieb ich mit einer Laufzeit von 1:20:02h über meinem selbstgesteckten Ziel, die 1:20h deutlich zu knacken, trotzdem bedeutete dies die 8. Laufzeit aller Athleten und führte zu einer Gesamtzeit von 4:24:49 h. Eine Zeit, die mir nicht nur mit über 10 Minuten Vorsprung den Titel des Europameisters in meiner Altersklasse einbrachte, sondern mich auf den 9. Rang Overall katapultierte, einen Platz vor Altmeister und Hawaiisieger Thomas Hellriegel!

An dieser Stelle möchte ich mich noch bei einigen Leuten bedanken, ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre: Allen voran bei meinem Coach Sebastian Hess, mit dem die Zusammenarbeit genau so funktioniert hat, wie ich es mir vorgestellt habe und wir im Rahmen der Möglichkeiten die Saison optimal geplant haben, ein Dank auch an seine Frau Meike für die weitere Unterstützung, besonders was die Reha meiner Schulter angeht. Weiter beim Chef von Rota Bikes, Jens Kielkopf, und seinem Mechaniker Martin Tinger, dass ich doch noch rechtzeitig meine Zeitfahrmaschine bekommen habe. Ein Dank an Lightweightund Jürgen Kallnbach, die mir für den Wettkampf ein Laufradsatz mit Scheibe zur Verfügung gestellt haben. Vielen Dank auch an meinen Guidekollegen aus Sizilien, Marcus Brinkmann und seine Eltern, die mir mit super Verpflegung und Unterkunft vor und nach dem Wettkampf eine große Last von den Schultern genommen haben. Weiter danke ich meinem Schwager Michael, der mich als persönlicher Fotograf mit Massen an guten Bildern versorgt und zusammen mit meiner Schwester Kathrin als Helmsponsor aufgetreten ist, sowie seinem Arbeitskollegen Frank Keller, der mir bezüglich der Aero-Helme viel weitergeholfen hat. Ein Dank an Jochen Wälde von Friends on Bikes, der mir immer mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn ich etwas benötige.

Vielen Dank euch allen!

Ein riesiger Dank geht an meine Eltern, die mich nicht nur finanziell groß unterstützen, sondern auch sonst immer als Supporter mit dabei sind! Schließlich möchte ich noch allen weiteren ungenannten Freunden und Bekannten danken, die teilweise an der Strecke waren und mich vor Ort gepushed haben, teilweise aber auch bereits die ganze Saison mitgefiebert und mich unterstützt haben!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s