Das Jahr 2011 – Ein Jahresrückblick + Jahresabschluss Stuttgarter Silvesterlauf

Nachdem ich mich in den Feiertagen erstmal etwas von den Belastungen der letzten Wochen erholt hatte, folgte diesen Samstag in Stuttgart Weilimdorf mein letzter Wettkampf des Jahres. Bei Dauerregen, der glücklicherweise zum Lauf etwas weniger wurde, galt es 11,1km schnellstmöglich zu bewältigen. Direkt am Start machten die ersten Athleten auch schon klar, was die Stunde geschlagen hatte und eine 4er Gruppe setzte sich bereits nach wenigen Hundert Metern deutlich ab. Ich hatte mich in der ersten Verfolgergruppe postiert und arbeitete mich in dieser langsam nach vorn. Nach ca. 3km hatte ich die Führung inne und nach einer leichten Tempoverschärfung merkte ich wie sich die Gruppe hinter mir zersprengte.

Nach ca. 6,5km - der Abstand hält

Bis Kilometer 5 hatte ich aber gerade mal ca. 40 Meter zwischen mich und meinen nächsten Verfolger gebracht und ich merkte wie ich langsam etwas an Tempo verlor. Angestachelt von dem Gedanken mich nicht mehr von hinten einholen zu lassen, versuchte ich das Tempo so hoch wie möglich zu halten, trotzdem konnte mein Verfolger den Abstand langsam aber sicher Stück für Stück verringern. Die Kilometer zogen sich inzwischen und taten richtig weh und ich hatte nur noch die 10km Marke im Kopf. Wenn ich es bis dahin schaffen würde, da war ich mir sicher, könnte ich meinen Platz bis ins Ziel halten. Mehr als 10-15 Meter kann ich nicht mehr an Vorsprung gehabt haben, als ich diesen dann endlich näher kam – jetzt noch einen Kilometer beißen… ich schaffte es nochmal ein klein wenig zu beschleunigen und nach 37:55 Minuten überquerte ich ziemlich fertig die Ziellinie – mit 3 Sekunden Vorsprung vor meinem nächsten Verfolger. Meine eigene Zeit von 2007 hab ich dagegen um über 2:30 min verbessert.

Nun will ich noch ein paar weitere Worte zum vergangenen Jahr verlieren. Sehr viel hat sich für mich getan in diesem Jahr 2011. Einige Rückschläge waren anfangs noch darunter, trotzdem überwiegen die guten Erinnerungen bei weitem.

Motiviert war ich in das Jahr 2011 gestartet. Unzufrieden mit meinen sportlichen Leistungen der Vorsaisons wollte ich wieder richtig in das Geschehen eingreifen. Ich liebäugelte auch mit einer Mitteldistanz, aber so ganz genau hatte ich das Anfang des Jahres noch nicht geplant. Meine Trainingsumfänge hatte ich allerdings wieder erhöht, vorallem im Schwimmen wollte ich einen Schritt nach vorne machen, da ich wusste, dass ich sonst auf der Kurzdistanz nicht richtig Fuß fassen konnte.

Anfang Februar folgte dann der große Rückschlag: Bei einem Sturz mit dem Rad fiel ich unglücklich und luxierte mir die rechte Schulter, oder mit anderen Worten: Meine Schulter kugelte sich aus, sprang aber sofort wieder zurück ins Gelenk. Folge war dann eine Operation einen Monat später, bei der das Labrum, das die Schulter stabil im Gelenk hält und gerissen war, mit 3 Widerhaken refixiert wurde. Im ersten Augenblick fiel eine komplette Welt für mich zusammen. Nicht nur, weil ich sportlich erstmal pausieren musste, viel mehr weil ich mich im Herbst dazu entschlossen hatte an die Sporthochschule nach Köln zu wechseln. Dafür war aber erst ein umfangreicher Eignungstest notwendig, mein Termin lag 4 Tage nach meiner Schulterverletzung – ich konnte meinen Arm kaum heben, an eine Teilnahme war nicht wirklich zu denken, ich musste den Eignungstest absagen und hatte noch eine einzige Chance für das Jahr: Mitte Juni würde noch ein Eignungstest stattfinden, bis dahin musste ich wiederhergestellt sein.

Die Ärzte machten mir nach der Operation keine besonders großen Hoffnungen, aber es wäre möglich. Also musste ich alles daran setzen es zu versuchen – 3,5 Monate bewegte ich mich auf Messers Schneide, alles was mir die Ärzte erlaubten… ich legte noch ein kleines bisschen drauf, ohne aber dabei meine Gesundheit aus den Augen zu lassen. Während dieser Zeit der Verletzung lernte ich auch meinen jetzigen Coach Sebastian Hess kennen – das Training, dass ich in der letzten Zeit zuvor vorallem in Eigenregie gestaltet hatte nahm eine bessere Struktur an und wir legten die 70.3 EM in Wiesbaden als Höhepunkt des Jahres fest. An erfolgreiche Abschneiden über die Kurzdistanz war nach meinen 3 Monaten ohne Schwimmtraining nicht mehr zu denken.

Nach der Siegerehrung in Wiesbaden mit Coach Sebastian Hess

Nun nahm das Jahr richtig Fahrt auf: Trotz bestehender leichter Einschränkungen in der Schulter schaffte ich Mitte Juni erst den Sporteignungstest in Köln und nach weiteren 2 Monaten, in denen ich mich endlich nur noch um Triathlon kümmern konnte, gelang mir in Wiesbaden mit der Europameisterschaftstitel in der Alterklasse und Platz 9 in der Gesamtwertung mein großer Coup. Aber auch das war noch nicht alles – nach beruflichem und sportlichem hab ich kurze Zeit später mit meiner Freundin Cynthia auch mein privates Glück gefunden, die seitdem mein Leben bereichert und zu einer großen Stütze geworden ist.

In der Folge des Ganzen habe ich mich dazu entschlossen eine Profilizenz im Triathlon zu lösen und im Oktober hat dann mein Studium an der Sporthochschule Köln begonnen, mit dem ich nach wie vor sehr zufrieden bin, auch wenn ich durch die praktischen Kurse hin und wieder kleine Einschränkungen in meinem täglichen Training hinnehmen musste.

 

Blick nach vorn ins Jahr 2012!

Noch erwähnenswert wäre, dass ich quasi als Nebenprodukt in der Gesamtwertung des Schönbuchcups den 4. Platz geschafft habe, angesicht der Gesamtumstände in diesem Jahr zumindest ein zufriedenstellender Platz.

Zum Schluss möchte ich nochmal den vielen Leuten danken, die mir in diesem Jahr geholfen und ein sportliches Comeback auf diesem Niveau ermöglicht haben! Nun hat das Jahr 2012 begonnen und ich blicke mit viel Spannung aber auch Zuversicht in das neue Jahr, in dem ich sicher wieder viele neue Erfahrungen sammeln werde!

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