Showdown Challenge Kraichgau

ETU Challenge Kraichgau – Triathlon Half Distance European Championship 2012
Ein eindrucksvoller Name, dessen Inhalt diesem aber in keinster Weise nachstand: Unzählige Topstarter hatten sich im Kraichgau eingefunden um wohl eins der stärksten Felder, die je auf dieser Distanz gestartet sind zu bilden. Und genau diesen Wettkampf hatte ich zu meinem ersten Saisonhöhepunkt auserkoren – ein hartes und streckenweise auch etwas zähes und unglückliches Unterfangen. Aber jetzt erstmal von vorne:

Punkt 9 Uhr fiel der Startschuss für die 1,9 km Schwimmen zum Auftakt. Mein Ziel war hier nicht zu viel Boden nach vorne zu verlieren und trotzdem nicht zu viel zu investieren um die Beine nicht schon zu früh zu ermüden. Leider verlor ich nach 3 der 5 Bojen etwas den Anschluss an die Schwimmgruppe vor mir und kam bis zum Ende des Schwimmens auch nicht mehr heran. Nach 25:39 Minuten kam ich als 29. aus dem Wasser – sicher keine überragende Zeit, aber angesichts der Schulterprobleme, die ich die letzten Wochen hatte, doch eine solide Leistung.

Challenge Kraichgau – Juni 2012

Der Wechsel aufs Rad ging wie gewohnt zügig von statten, so dass ich einiges gut machen und als 22. den Radkurs in Angriff nehmen konnte – das sollte mein größter Sprung an diesem Tag sein.

Auf dem Rad kam ich dann nur bedingt gut in Tritt, der richtige Zug, mit dem ich letztes Jahr die Radstrecke in Wiesbaden in Angriff nehmen konnte fehlte. Als es nach etlichen Kilometern in die erste Steigung ging kam dann auch der erste Schock – durch den deutlich geringeren Fahrtwind konnte ich hören, dass meine Vorderradbremse leicht am Rad schleifte. Es brachte mir auch einen etwas merkwürdigen Seitenblick der Kampfrichter ein, als ich während der Fahrt die Bremsen aufdrehte und gleichzeitig versuchte den Anschluss nach vorne nicht zu verlieren.
Der richtige Druck auf dem Rad wollte sich aber an diesem Tag trotzdem nicht mehr einstellen und ich merkte später, wie ich auf den letzten 30km doch noch etwas an Substanz verlor.

Challenge Kraichgau – Juni 2012

Als 21. wechselte ich nach einer Radzeit von 2:25:20 auf die 90km in die Laufschuhe und legte dort auch mit einem ordentlichen Tempo los. Doch meine Freude über die dritte Disziplin sollte sich an diesem Tag nicht allzu lange halten. Nach ca. einem Viertel der Laufstrecke kam der nächste Schock – ich spürte von Meter zu Meter einen größeren Schmerz am linken Fußballen. Ich wollte erst nicht wahrhaben, dass ich schon so früh auf der Laufstrecke und trotz Socken eine Blase bekam, aber der Schmerz war unübersehbar und drückte auch ganz schön auf mein Gemüt. Mit dem Ergebnis, dass ich auf der 2. 7km-Runde im Schnitt nicht weniger als 15 Sekunden pro Kilometer gegenüber der ersten Runde verlor! Aber so hatte ich nicht vor mich aus dem Kraichgau zu verabschieden, gepackt von Stolz und Ehrgeiz biss ich auf die Zähne, versuchte meinen Schritt nochmal zu beschleunigen und schaffte es als einer der wenigen Athleten tatsächlich die Schlussrunde schneller als die vorherige Runde zu absolvieren. Mit einer Halbmarathonzeit von 1:20:41 und einer Gesamtzeit von 4:13:56 überquerte ich als 21. Gesamt und 18. Profi die Ziellinie – froh, dass die Tortur ein Ende hatte.

Mein Schuh entblößte anschließend eine offene Blase von 6x3cm, wovon ich euch die Bilder jetzt mal vorenthalten will und dass mein Hinterrad beim auschecken platt war, passte für mich irgendwie auch zu diesem Tag. Etwas enttäuscht war ich schon. Inzwischen mit etwas Abstand sehe ich zumindest noch ein paar andere Aspekte: Es war gerade mal meine zweite Mitteldistanz; der erste Wettkampf dieses Jahr, der über eine Stunde hinausging und mit meiner Zeit wäre ich im Vorjahr in einem immernoch guten Starterfeld 12. geworden. Dass ich ohne meine neue Profilizenz wieder Europameister in der Altersklasse geworden wäre, ist ein Konjunktiv, der inzwischen allerdings nicht mehr zählt. Jetzt weiß ich an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, sowohl was das Material, als auch das Training betrifft. Volle Konzentration in Richtung Wiesbaden, der nächste Schritt steht bevor!

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