Wiesbaden – Auf ein Neues!

Am Sonntag war es soweit. Mein zweiter Start in Wiesbaden über die Halbdistanz stand bevor. Der Wettkampf mit dem ich letztes Jahr meinen Europameistertitel in der Altersklasse holen und mich sogar in die Top 10 schieben konnte. Dieses Jahr lief es leider nicht ganz wie erwartet. Es sieht so aus, als ob mein erstes Jahr als Profilizenzinhaber in erster Linie darin besteht Erfahrungen zu sammeln. Eigentlich keine große Überraschung, trotzdem baut man sich schon einen gewissen Erwartungsdruck auf – gerade als „Pro“.

Ironman 70.3 Wiesbaden – August 2012

Mit der kleinsten aller Startgruppen an diesem Tag eröffneten wir um 7:30 Uhr den Wettkampf am Raunheimer See. Ich merkte, dass ich schnell an Boden auf die Spitze verlor, wusste aber auch, dass mit dem Olympia 13. von London, Ivan Vasiliev, das Schwimmtempo an der Spitze verdammt schnell sein würde. Da der Schwimmkurs dieses Jahr komplett umgesteckt war, fällt ein direkter Vergleich schwer. Es gab einige Starter, die ihre Zeit von letztem Jahr gehalten haben, aber es gab auch einige, die deutlich schneller waren, darunter auch ich. Trotzdem kam ich mit dem gleichen Rückstand wie im Vorjahr aus dem Wasser.

Ironman 70.3 Wiesbaden – August 2012

Als 25. der männlichen Profis kam ich mit einer Zeit von 25:16 min aus dem Wasser – nicht gut, aber zumindest ein bisschen schneller als im Kraichgau. Beim anschließenden Radpart kam ich dann leider nicht ganz so in die Gänge, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die Beine fühlten sich etwas träge an und die Leichtigkeit, die ich noch beim letzten Wettkampf hatte war komplett weg. Mit der Zeit fing ich mich etwas und kam besser in Tritt, tat mich aber immernoch schwer. Bis es sich gute 20km vor der Wechselzone dann anfühlte, als hätte mir jemand die Bremsen zugezogen. Warum ist mir bis jetzt noch nicht ganz klar, es lag auf jedenfall nicht an mangelnder Ernährung. Im Gegenteil, dass ich es hier wohl etwas zu gut gemeint hatte, bekam ich dann besonders auf der Laufstrecke zu spüren, vielleicht spielt auch schon auf der Radstrecke mit hinein. Mit einer Zeit von 2:38:25h und damit doch über 4 Minuten an meiner Vorjahreszeit vorbei drückte ich mein Rad schlißelich den Helfern an der Wechselzone in die Hand.

 

Ironman 70.3 Wiesbaden – August 2012

Beim Laufen gesellte sich dann ein weiteres Novum zu meinem Wettkampf: Magenprobleme. Etwas, dass ich bis dato noch nie im Wettkampf hatte. Mein Gefühl sagte mir, ich sollte auf jedenfall auf weitere Gels, die ich noch dabei hatte, verzichten und setzte stattdessen nur noch auf Wasser. Eine Entscheidung die sich bezahlt machte: Nachdem ich in der 2. Laufrunde noch daran dachte aus dem Rennen auszusteigen, fühlte es sich in der 3. Laufrunde dann langsam wieder nach Laufen an und als ich dann später in der Runde von Vasiliev überrundet wurde, konnte ich dessen Tempo mitgehen und ihn kurz vor seinem eigenen Finish sogar nochmal hinter mir lassen. Die letzte Runde wurde dann zwar nochmal hart, aber ich konnte mein Tempo einigermaßen halten, so dass ich mit einer Halbmarathonzeit von 1:20:24h am Ende nur 20 Sekunden über meiner Vorjahreszeit blieb. Mit einer Gesamtzeit von 4:27:33h kam ich dann als 20. Pro ins Ziel. Meinen Vorjahrestitel als Altersklasseneuropameister hätte ich damit auch wieder verteidigt, aber diese Lorbeeren gebe ich dieses Jahr ab.

Damit habe ich mein Ziel an mein Vorjahresergebnis anzuknüpfen natürlich deutlich verfehlt, allerdings war auch die Konkurrenz in diesem Jahr nochmal deutlich stärker. Und im Grunde weiß ich auch, dass ich wesentlich schneller sein kann, nur leider konnte ich das am Sonntag nicht so ganz abrufen. Ursachen dafür gibt es mit dem großen Umfeldwechsel im letzten Jahr, der Umstellung auf das Unileben und dem kürzlichen nochmaligen Umzug innerhalb von Köln jedenfalls genug. Nach ein paar Tagen Ruhe heißt es dann nochmal höchste Konzentration auf mein letztes Saisonhighlight beim Ironman 70.3 France in Aix en Provence!

Davor möchte ich mich aber noch bei der ganzen Familie Brinkmann für die wieder mal tolle Unterkunft und Unterstützung bedanken. Genauso bei Jürgen von Kikos Radladen, dass er immer wieder dafür sorgt, dass es nur an mir liegt, wenn das Rad nicht so schnell rollt und bei Alex Gajo der mein Rad mit den schnellen Laufrädern versorgt hat!

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