Challenge Kraichgau – Bis an die Grenze und noch weiter!

Challenge Kraichgau
Challenge Kraichgau – Der erste Höhepunkt des Jahres!

Am Ende sollte es noch ein richtig schöner Tag werden. Die Sonne ließ ihre Strahlen auf das schöne Kraichgau fallen und rund herum sah man glückliche und lachende Gesichter. Wolken waren jetzt nur noch in Miniaturversionen am Himmel vertreten. Das war zum Zeitpunkt der Siegerehrung – Morgens am Hardtsee erwartete einen ein gänzlich anderes Bild. Irgendwann zwischen 7 und 8 Uhr morgens öffnete der Himmel seine Schleusen und überschwemmte alles, was sich nur annähernd in Bodennähe befand. Zusätzliche Gewitter rückten einen Start erst einmal in weite Ferne. Zweimal musste der Start um 30 Minuten nach hinten verschoben werden, ehe sich das Wetter beruhigte und einen gefahrlosen Start zuließ.

Schwimmausstieg knapp hinter den Top 10
Schwimmausstieg knapp hinter den Top 10

Aber nun zum Rennen selbst: Nachdem ich aus dem größten Startgerangel heraus war, fand ich mich in einer Gruppe wieder, die nur wenige Meter Rückstand auf eine andere größere Gruppe hatte. In dieser konnte ich einige andersfarbige Bademützen erkennen, also hieß es, heranschwimmen für eine gute Ausgangsposition auf dem Rad. Leider musste etwas später ein Athlet vor mir reißen lassen, so dass ich bei der Hälfte der Strecke nochmal etwas Kraft investieren musste, um abermals an die Gruppe heranzukommen. Als dort jedoch das Tempo etwas verschärft wurde, musste auch ich die Gruppe endgültig ziehen lassen und schwamm die letzten paar Hundert Meter auf eigene Faust. Mit einer Zeit von 25:11 min hatte ich die 11. Schwimmzeit! Gegenüber dem letzten Jahr war ich unter den Top 20 der Einzige der damit seine Schwimmzeit verbessern konnte!

Volle Konzentration in der Abfahrt - Danke und © by Ingo Kutsche!
Volle Konzentration in der Abfahrt – Danke und © by Ingo Kutsche!

Der Wechsel verlief wie gewohnt ziemlich reibungslos, so dass ich auf dem Rad schnell die ersten aus der Schwimmgruppe vor mir einholen konnte und weiter Boden nach vorne gut machte. Lediglich der spätere Sieger Boris Stein flog in hohem Tempo an mir vorbei, welches ich nicht mitgehen konnte. Wenig später konnte ich sogar den Vorjahressieger Andreas Raelert einholen, der einen rabenschwarzen Tag erwischte. Aber erst als mir am Ende des zweiten Anstiegs vom Kraichgau-Chef Björn Steinmetz „4. Platz, Julian!“ zugerufen wurde, realisierte ich, wie weit ich schon nach vorne gefahren war. Gleichzeitig wusste ich auch, welche Athleten die Spitze bildeten und dass die Plätze 1-3 damit vergeben waren, wenn es keine unerwarteten Zwischenfälle geben würde. War ich in den ersten rund 45 Minuten mehr oder weniger der einzige, der Führungsarbeit leistete, wurde unsere Gruppe im Laufe der Zeit von zwei weiteren guten Radfahrern verstärkt. Bis zur 60 Kilometer-Marke hatte ich auch keine Probleme das Tempo mitzugehen. Dann bemerkte ich, wie meine Beine innerhalb kurzer Zeit schwerer wurden und nur kurz darauf musste ich zwei Athleten ziehen lassen.

Verpflegung auf der Radstrecke, am Ende wohl zu wenig - Danke und © by Ingo Kutsche!
Verpflegung auf der Radstrecke, am Ende wohl zu wenig – Danke und © by Ingo Kutsche!

Ab jetzt wurde das Radfahren immer quälender. Ich begann, an den Anstiegen Sternchen zu sehen und meine Beine schienen langsam ihren Dienst völlig zu verweigern. Am letzten Anstieg musste ich mit ansehen, wie mir mit Simon Veit auch der letzte aus unserem Grüppchen davon fuhr; alle anderen hatten sich im Laufe der Zeit nach hinten verabschiedet. Zum Glück verliefen die letzten Kilometer großteils bergab und flach, dennoch verlor ich hier einiges an Zeit. Ich führte mir vor dem Wechsel das Restliche an Gels und Getränken zu, das ich noch übrig hatte, und stieg mit einer Zeit von 2:23:29 h und der 10. Radzeit als Gesamt 7. vom Rad.

Zwischendurch ein gutes Gefühl auf der Laufstrecke
Zwischendurch ein gutes Gefühl auf der Laufstrecke

Das Laufen begann danach subjektiv etwas unrund und ich hatte schon die Befürchtung, dass ich von einigen Athleten hinter mir eingesammelt werden würde. So fing sowohl mein Oberschenkelbeuger, als auch wenig später der Oberschenkelstrecker kurz an zu zucken, was mir klar machte, dass der Versuch eines höheren Tempos mit einem Krampf bestraft werden würde. Im Gegensatz dazu sah ich nach einigen Kilometern, dass ich zumindest an Simon immer weiter heran kam. Auch meine Muskulatur fühlte sich langsam etwas besser an und nach rund 8 Kilomtern konnte ich an ihm vorbeiziehen und mich auf Platz 6 schieben. Leider hielt dieser angenehme Zustand nicht allzu lange an, so dass ich gegen Ende der 2. Laufrunde wieder an Tempo verlor, was sich in der 3. Runde noch weiter fortsetzen sollte. Hier begann dann auch der richtige Kampf für mich, jeder weitere Meter tat ein kleines bisschen mehr weh, und nach 20 Kilometern war es dann soweit: Ich musste meinen 6. Platz einem anderen Athleten überlassen. Ich versuchte zwar noch, wieder etwas Boden gut zu machen, mein Körper ließ jedoch keine Tempoverschärfung mehr zu. Mit letzter Kraft rettete ich mich durch die Zielkurve und schaffte es gerade noch über die Ziellinie, bevor meine Beine ihren Dienst versagten und ich mich im nächsten Moment auf dem Boden wiederfand. Nach einer Laufzeit von 1:21:56 h (14. Zeit) konnte ich mit einer Gesamtzeit von 4:12:38 h den 7. Gesamtplatz sichern!

Kurz vor dem Ziel - mit den Kräften sichtlich am Ende
Kurz vor dem Ziel – mit den Kräften sichtlich am Ende

Das ist natürlich ein tolles Ergebnis bei so einem großen Rennen. Weiterhin war ich in der Gesamtzeit der Einzige unter den Top 20, der seine Zeit vom Vorjahr verbessern konnte! Trotzdem weiß ich, dass meine Form noch mehr hergegeben hätte und jetzt Fehleranalyse auf dem Programm steht. Obwohl ich mich regelmäßig verpflegt habe, war insgesamt vermutlich zu wenig Energie im Körper, um über die gesamte Zeit das Tempo hoch zuhalten. Nichtsdestotrotz war dieser Wettkampf für mich ein großer Sprung nach vorne und auch wenn die Konkurrenz an diesem Tag vielleicht nicht die allerstärkste war, so habe ich doch gezeigt, dass man in Zukunft weiter mit mir rechnen werden muss!!

Zum Schluss möchte ich mich noch bei der ganzen Organisation und den Helfern für den guten Umgang mit den morgendlichen Bedingungen bedanken. Ein weiterer riesiger Dank geht an die vielen Leute an der Strecke, und ganz besonders an diejenigen Fans, die hauptsächlich wegen mir vor Ort waren. Ihr habt mir wirklich geholfen, an diesem harten Tag ins Ziel zu kommen!!

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