Kraichgau, Frankfurt und warum alles ganz anders kam

Das ganze Frühjahr und Sommer waren durchgeplant. Sizilien, Sardinien, Vorbereitungswettkämpfe, IM 70.3 Kraichgau, IM Frankfurt, Umzug, weitere Wettkämpfe, Kind… Kind? Ja, auch das hatte sich anfangs terminlich in den Jahresplan eingefügt. Wer aber selber Kinder hat, wird mir wohl bestätigen können, dass mit Kindern nicht immer alles so abläuft wie geplant. Nach unserem Sieg im Teamsprint in der 2. Bundesliga in Gütersloh ging es nicht mehr lange und meine Frau musste ins Krankenhaus. Eine knappe Woche später war ich Papa! Dies traf mich etwas unvorbereitet, denn eigentlich hätte ich noch über drei Monate dafür Zeit gehabt.

Ruhe vor dem Sturm - ©Frank Hau
Ruhe vor dem Sturm – ©Frank Hau

Da stand ich nun drei Tage vor meinem einzigen ernsthaften Formcheck vor Frankfurt und sah mich plötzlich mit gänzlich anderen Gedanken und Problemen konfrontiert. Wohlwissend, dass ich in der letzten Woche tagsüber mehr Zeit im Krankenhaus und auf dem Weg dorthin verbracht habe, als mit Training und Erholung entschied ich mich aufgrund der stabilen Lage von Frau und Kind dennoch für einen Start. Ich hatte nicht viel zu verlieren.

4. Radzeit mit neuem Bike
4. Radzeit mit neuem Bike – ©Marcel Hilger

Nun die Geschichte des Rennens aus meiner Sicht: Ich schaffte beim Schwimmen den Anschluss an die große Spitzengruppe zu halten, verlor sie aber direkt wieder, weil ich meinen Wechselbeutel nicht an meinem Haken vorfand. Dieser war zum Glück leer und ich musste nur meinen Neopren in passender Weise unterbringen. Nach ein paar Sekunden nahm sich dankenswerterweise ein Helfer meiner an und ich konnte die Verfolgung starten. Es dauerte ein paar Kilometer bis ich die Gruppe hatte, ein paar Kilometer später flogen dann am ersten Anstieg Sebi Kienle und Boris Stein an uns vorbei. Ich hielt mich lange in der Gruppe, in der wirklich fair gefahren wurde. Auf den letzten 20 Kilometern fuhr ich nach vorne heraus, ein paar Kilometer später gesellte sich noch ein weiterer Athlet zu mir. Mit ein paar hundert Metern Vorsprung konnte ich als 4. auf die Laufstrecke gehen.

Kampf auf der Laufstrecke - ©Frank Hau
Kampf auf der Laufstrecke – ©Frank Hau

Beim Laufen bekam ich dann die volle Wucht meines Erholungszustandes zu spüren. Ich fühlte mich, als würde ich stehen. Erst schoss Pieter Heemeryck vorbei, der noch aufs Podium lief, kurz vor Ende der ersten Runde schloss dann eine größere Gruppe von Verfolgern auf. Ich konnte diese zwar ein Stück halten, musste diese aber schlussendlich ziehen lassen. Am Ende wurde es ein 9. Platz, mit dem ich unter normalen Umständen gerade anhand des Rennverlaufes nicht zufrieden gewesen wäre, so aber sein muss.

Zieleinlauf Sub4! - ©Ingo Kutsche
Zieleinlauf Sub4! – ©Ingo Kutsche

Wirklich positiv lässt sich noch vermerken, dass mir gerade mal 70 Sekunden auf Platz 5 gefehlt haben, ich meine Bestzeit im Kraichgau um fast 13 Minuten! auf eine 3:59h drücken konnte und auch wenn die Laufstrecke wohl etwas zu kurz war… mein Gefühl war von einer 1:16, die ich am Ende in der Ergebnisliste stehen hatte, meilenweit entfernt. Nun sind es noch gute 2 Wochen bis Frankfurt und der letzte Teil der Vorbereitung ist in vollen Zügen. Und eine Sache weiß ich gewiss: Ich werde bereit sein!

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