Ein hart erkämpftes Finish und viel Lehrgeld

Ein Podium auf der Langdistanz sollte es dieses Jahr werden, doch bei einer Langdistanz hat man viel Zeit Fehler zu machen. Zwar hat es bei meinen zwei letzten Wettkämpfen der Saison in Regensburg und Madrid nicht gereicht, aber wieder einmal habe ich einiges dazu gelernt.

Trotz strömenden Regens gute Laune auf dem Rad in Regensburg – by Ingo Kutsche

Mein Start in die Challenge Regensburg versprach ein gutes Rennen. Während des Schwimmens konnte ich mich die ganze Zeit an der Spitze des Feldes halten und unter den ersten Drei aufs Rad gehen. Auf dem Rad ging zwar der Anschluss nach ganz vorne verloren, aber ich konnte mit Jan Raphael zusammen auch den Abstand nach hinten festigen. Bei der Radankunft auf Platz 2/3 war ich also vollständig im Soll. Ich wusste auch, dass mit einem guten Marathon nach vorne noch alles offen war. Wie in den ersten zwei Disziplinen wollte ich kein Risiko eingehen und lief in kontrollierter und konstanter Pace mit 4 min/km los. Doch scheinbar war meine Ernährungsstrategie zu offensiv gewählt und ich zu langsam in der Reaktion. Als die Halbmarathonmarke näher rückte, verlor ich an Tempo, zog aber nicht die richtigen Schlüsse. Kurz nach der Halbzeit des Laufs musste ich meinen Podiumsplatz abgeben und aus dem Laufen wurde mehr und mehr ein Stolpern. Meine Versuche in Runde drei noch gegenzusteuern misslangen, so dass ich nach gut 30 km völlig entkräftet aufgeben musste. Ein herber Schlag ins Gesicht, aber die einzig richtige Entscheidung, wenn ich meine Gesundheit nicht weiter gefährden wollte.

Die Entscheidung für eine weitere Langdistanz fiel schnell, wo ich genau starten würde, entschied sich dann nach einer zwischenzeitlichen Erkältung. Die Challenge Madrid sollte es werden. Eine extrem anspruchsvolle Radstrecke mit 2800 Höhenmetern erwartete mich dort und die Temperaturen standen im krassen Gegensatz zu Regensburg. Beim Schwimmen hatte ich diesmal keinen Traumstart und verpasste auch den Sprung an die erste Gruppe. Als 6. ging ich einsam aufs Rad, konnte jedoch die knapp zwei Minuten auf Platz 2 bereits nach wenigen Kilometern aufholen. Dann kam der Schreckmoment: Die Kette fiel mir an der Kurbel zwischen Rahmen und Kettenblatt und verklemmte sich dort. Mir war klar, ohne richtiges Werkzeug würde ich den Wettkampf nicht fortsetzen können. Ich rollte bergab zur letzten Kreuzung zurück und nach endlos erscheinender Zeit fand ich dort tatsächlich ein Werkzeug um meine Kurbel zu lösen und die Kette wieder zu befreien. Nachdem ich ca. 10 – 15 Minuten verloren hatte, war mein primäres Ziel plötzlich nur noch ins Ziel zu kommen.

Heiße Angelegenheit auf der Laufstrecke in Madrid

In den nächsten Stunden musste ich mich wirklich über die Berge quälen, doch wer schon mal auf einer Langdistanz gestartet ist, weiß wie schnell 10 oder 15 Minuten weg sind. Bis zum Ende der Radstrecke konnte ich mich wieder auf den 10. Platz vorkämpfen – jetzt nur noch ausreichend verpflegen und den Marathon überleben. Es wurde heißer und heißer in Madrid, die Beine immer müder. Aber die Bedingungen spürten alle und irgendwann fand ich mich tatsächlich auf dem 6. Platz wieder. 3-4 Kilometer vor dem Ziel merkte ich jedoch wie ein Athlet von hinten immer näher kam – jetzt hieß es noch mal beißen. Während die ersten 40 Kilometer allerdings flach waren, ging es die finalen Kilometer bergauf in die Stadt. Ich nahm sämtliche verbliebene Kräfte zusammen und konnte noch einige Sekunden Vorsprung ins Ziel retten. Im Rückblick habe ich gemischte Gefühle. Auf der einen Seite ärgere ich mich natürlich über den unnötigen Zeitverlust. Auf der anderen Seite bin ich stolz, dass ich nicht aufgegeben habe und mich noch so weit nach vorne kämpfen konnte. Meine Beine haben sich jetzt aber wirklich die Offseason verdient. Jetzt gilt es neue Motivation und Ideen für nächstes Jahr zu sammeln!

Vielen Dank an meine Partner und Sponsoren! – by Ingo Kutsche

An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an meine Sponsoren und Partner, die mich in diesem Jahr unterstützt haben! Ohne euch könnte ich diesen Sport so nicht betreiben: Giant Germany, Friends On Bikes, Sailfish, Sziols, Kölner Kanzlei – Dirk Bracht, Lightweight, Kölner Triathlon Team 01, me2 Sports, Intersport Schlegel, On Running und CEP!

Der größte Dank aber gilt meiner Familie und ich freue mich jetzt wieder etwas Zeit für meine beiden Mädels zu haben!

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